Samstag, 2. Juli 2016

"Das Thermo is kaputt..."

Mittwoch, 22. Juni 2016, Ebelthoft-Bönnerup

Heut werden wir wenig Wind haben, deshalb planen wir viel Zeit ein, bei einer geschätzten Durchschnittsgeschwindigkeit von 4 bis 5 kn für die etwa 40 Seemeilen. Auf See stellt sich heraus, dass wir noch weniger Wind haben als vorhergesagt. Unter Segeln kämen wir gar nicht voran. Also heinzen wir und machen durchschnittliche 7 kn Fahrt. Viel zu früh aufgestanden! Es regnet sich ein; am Himmel wird inzwischen auch das Reißverschlussverfahren eingesetzt: er zieht sich behende auf und wieder zu, auf und wieder zu. Frühstück gibts ausnahmsweise unterwegs. Gemütlich. Überhaupt: Auch das Grau in Grau hat seinen Reiz, und die Küste von Grenaa ist viel schöner als Grenaas Ruf.

Hier war wohl ein Windrad Verkäufer am Werk...
Die Einfahrt in den Hafen von Bönnerup hat was bedrohliches, da sie von Windrädern flankiert ist, die einen Höllenlärm machen. Drin merken wir aber schnell, dass wir doch nicht das Tor zur Hölle passiert haben. Der hintere Teil des Hafens, wo wir am Ende von Steg B einen Platz längsseits finden, ist ganz idyllisch, mit einem Seehorizont über der Außenpier gegenüber. Atmosphärisch klingt hier schon ein bisschen das raue und karge Skagen an.

Das Dorf ist wie ausgestorben. Es hat kein Herz, dafür aber einen Havnegrillen, in dem fettleibige Einwohner stumpfsinnig über Hotdogs oder riesigen Eisportionen abhängen. In einer Ecke zwischen zwei Hütten kündet eine schlaffe Hüpfburg vom Sommer, der erst noch kommt. Wir machen einen Strandspaziergang bei Ebbe und versuchen, ein Schneckenrennen ins Leben zu rufen (in Erinnerung an das legendäre Schneckenrennen in Skanör). Das geht aber sprichwörtlich nach hinten los bzw. verläuft im Sande. Zwei Schnecken starten — wenn überhaupt — in die falsche Richtung, eine gräbt sich gleich ganz ein... Beim Havnefisk-Kiosk besorgen wir frischen Seehecht zum Abendbrot. Köstlich. Zum Nachtisch gibts einen rot-orangefarbenen Sonnenuntergang und Blick auf die Außenpier mit Schattenrissen von Gräsern und Steinen in der Dämmerung. Fuh!

Weil es immer irgendwie zu kühl ist, und weil das Thermo meistens 11° C anzeigt, schließen wir, dass es wohl kaputt sein muss :-)

Wetter:
Wind SE 1
Und sonst:
Magnetkompassabweichung nach W +15°; nach E -10°; huh?
Etmal 40sm

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