Freitag, 17. Juni 2016, Kappeln-Sonderborg
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| Hoffentlich müssen wir nicht verhungern... |
Mit einer Stunde Verspätung aus Hamburg los, da die Frau Kapitän noch Fäden aus dem Gesicht gezogen bekommt. Weil der Bu von Wu hoffnungslos überpackt ist, starten wir mit zwei Autos. (Wenn man das Gepäck und die Vorräte sieht, könnte man meinen, wir machen eine Polarexpedition). Ladezeit und Einweisung an Bord ca zwei Stunden. Kaum haben wir um halb drei die Leinen losgemacht, gibts schon die erste Gewitterserie mit Hagel, die wir in Schleimünde an der Außenpier abwettern. Danach sind auch die Geräusche aus der Backskiste verschwunden, denn wir folgen der Bestimmung des Schiffs: Segeln. Die Entscheidung, was wir anziehen sollen, nimmt uns das Wetter ab. Die Entscheidung, wie rum wir fahren, müssen wir allerdings selber treffen. Die Frau Kapitän würde gerne mal anders fahren als sonst, durch den großen Belt. Aber der erfahrene Teil der Crew, bestehend aus Su, wünscht sich Alsensund und Kleinen Belt, wegen der Schönheit und überhaupt. Wir brauchen keine Angst vor Wiederholung zu haben, denn selbst die bekannten Strecken sind jedesmal anders, und wind- bzw. wettermäßig sind beide Strecken heute Jacke wie Hose. Also segeln wir mit gerefftem Groß und der ganzen Fock dahin, wo es hell ist. The Bi (das Sa von MaElSuSa) darf am Ruder experimentieren. Das bringt erste Glückshormone.
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| Den Wind fühlen... |
Dann übernimmt Su. Bloß keine Höhe verschenken! Am Wind kommen wir gut voran; ein paar kleine Schläge müssen wir allerdings machen. Fest Sonderborg 21:00, längsseit eines Traditionsseglers mit Seitenschwertern. Königsberger Klopse raus (der Schiebegang aus dem Restaurant, das wie der bekannte Strom aus Afrika heißt). Ma lernt: plietsch, figelinsch, fünsch. Su erzählt Geschichten vom Kietz: „Bei Tante Hermine wird mit der Gabel angestrichen.“
Na dann: Gute Nacht!
Crew: Die Frau Kapitän, MaElSuSa
Wetter: WNW 4, bewölkt, Hagel, Baro 1000
Etmal: 25 sm
Schlachtruf: Schiebegang im Abendrot, da wolln wir hin!
Segel- und Drifter-Bordlingo:
Etmal — in unserem Sprachgebrauch die zurückgelegte Tagesstrecke; ursprünglich aber die zwischen 12:00 Uhr Mittags und 12:00 Uhr Mittags des nächsten Tages zurückgelegte Strecke
ein paar Schläge machen— Aufkreuzen gegen den Wind; für Mädels vielleicht eher bekannt als Zickzacknaht
abwettern — in einer gesicherten Position abwarten, bis der größte Schlamassel vorbei ist
Mehr zur Sprache des Segelns findet ihr hier:
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